Wichtige Tipps für ihren Online Shop

Wichtige Tipps für ihren Online Shop

Online Shops: Grüne Wiese für Neugründer?

Online Shops sind beliebter denn je – bei Kunden als auch bei Gründern. Die digitalen Shops der StartUps schießen wie Pilze aus dem Boden, viele Nischenbereiche wurden bereits besetzt und werfen ansehnliche Umsätze ab. Woher kommt der Hype rund um den Online Shop? Die Vorteile für die Konsumenten liegen klar auf der Hand: Sie können sämtliche Artikel ihrer Wahl bequem an jedem Ort und zu jeder Zeit ordern und können ihre Freizeit somit für andere Aktivitäten verplanen.

Zeitersparnis – das ist auch ein positiver Faktor für Gründer bei der Eröffnung eines Online Shops. Der Aufbau und die Weiterentwicklung eines Online Shops nimmt (je nach Komplexität des Shops) nicht viel Zeit in Anspruch und kann vorerst sogar nebenberuflich angepackt werden. Außerdem bewegen sich die Kosten für Neugründer in einem annehmbaren Rahmen, sodass die Eröffnung eines Online Shops für viele Jung-Unternehmer immer attraktiver wird.

Aber Achtung: Trotz des eher „leichten“ Handlings im Rahmen der Eröffnung eines Online Shops, darf nicht angenommen werden, dass man als Einsteiger vollumfänglich grüne Wiese malen darf. Einige Überlegungen müssen vor jeder Geschäftsgründung in den Business Plan mit einfließen; darunter beispielsweise die Gretchenfrage, ob ein Online Shop wirklich die richtige Wahl ist und wenn ja, welche Komplexität und welchen Aufbau der Online Shops haben soll.

Kapazitäten Dritter nutzen: Dropshipping & E-Marketplaces

Vor allem Neugründer sollten sich anfangs die Frage stellen, wie viel Kapital ihnen in den ersten Monaten bzw. im ersten Jahr der Gründung zur Verfügung steht. Soll der Online Shop erfolgreich anlaufen, müssen die angebotenen Waren auch schnell an die Kunden geliefert werden. Um das gewährleisten zu können, werden sich Gründer um ein Warenlager kümmern müssen. Die Logistik und der Warenbestand nehmen aber nicht nur Kapazitäten, sondern vor allem auch Kapital in Anspruch – ein Umstand der klar im Gegensatz zu den oben genannten Vorteilen steht.

Dropshipping bietet hier eine Lösung, die einen Verzicht auf ein Warenlager und gleichzeitig einen erfolgreichen Start eines Online Shops ermöglicht. Beim Dropshipping werden im Online Shop Produkte beworben, die der Shopinhaber zunächst nicht auf Lager hat. Sobald ein Kunde ein Produkt bestellt, wird die Bestellung sowie die Versanddaten des Kunden direkt an einen partnerschaftlichen Großhändler weitergeleitet. Dieser versendet dann das bestellte Produkt direkt an den Kunden, allerdings ohne direkte Hinweise auf die Identität des Großhändlers. Der Gewinn des Shopinhabers errechnet sich aus der Differenz des Einkaufs- und Verkaufspreises des Produkts.

Für junge Shopinhaber hat diese partnerschaftliche Konstellation einen großen Mehrwert. Zum Einen können viele unterschiedliche Produkte im eigenen Online Shop angeboten werden, für die vorerst keine Lagerkosten anfallen. Auch etwaige Kosten für nicht verkaufte Lagerbestände entfallen mit dem Dropshipping System vollständig. Einen Haken an der Sache gibt es aber trotzdem: Der Shopinhaber kann den Verkaufspreis der Produkte nur gering beeinflussen, da er immer von der Preisgestaltung des Großhändlers abhängig ist und seinen eigenen Gewinn erwirtschaften muss.

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten für einen Online Shop in den ersten Monaten möglichst gering zu halten, ist das Anbieten der Produkte in so genannten E-Marketplaces. Zu den Drittanbieter-Marktplätzen zählen unter anderem eBay, Amazon und Dawanda. Start Ups können auf der bereits bestehenden Shop-Plattform der großen Anbieter testen, ob ihre Produkte überhaupt Anklang bei potentiellen Kunden finden würden.

Viele erfahrene Shopinhaber raten zu diesem Schritt in der Neugründungsphase – sozusagen als Vorstudie zum eigenen Online Shop. Denn: Was nützt ein gut durchdachter Online Shop, wenn Ihre Produkte keine Abnehmer finden? Mit E-Marketplaces können Sie erste Online Shop Erfahrungen sammeln und das ohne weitere Planungen anfertigen und Kosten für einen eigenen Shop tragen zu müssen.

Welche Anforderungen haben Sie an Ihren Online Shop?

Sofern Sie sich nun entschieden haben, einen eigenen Online Shop aufzubauen, können Sie sich überlegen, ob Sie diesen selbst entwickeln oder einen Anbieter hierfür beauftragen möchten. Ersteres sollten Sie nur in Betracht ziehen, wenn Sie selbst sehr gute Kenntnisse in der Webprogrammierung haben oder jemanden kennen der über diese verfügt. Wenn dies nicht der Fall ist, raten wir zu einem externen Anbieter für Online Shops. Je nach Komplexität des Shops und dem vorhandenen Kostenbudget, kommen verschiedene Anbieter infrage. Daher ist es notwendig, dass Sie ermitteln, welche Anforderungen Ihr Shop mindestens erfüllen soll. Hier finden Sie einige Anregungen für mögliche Anforderungen:

·       Welche und wie viele Bezahlarten möchten Sie anbieten?

·       Welche Versandoptionen möchten Sie anbieten und welche Schnittstellen benötigen Sie dafür?

·       Wie viele Produkte möchten Sie verkaufen?

·       Möchten Sie auch ins Ausland verkaufen? (Versand, Mehrsprachigkeit, usw.)

·       Möchten Sie Kundenaccounts ermöglichen?

·       Möchten Sie einen Support sicherstellen? (Chatbots, Kontaktformulare, usw.)

Für kleinere und simple Shops, die nur wenige unterschiedliche Produkte anbieten und auch nur ein oder zwei verschiedene Bezahlarten anbieten, empfehlen sich die Anbieter Jimdo, 1&1 MyShop und Weebly.

Bei mittelgroßen und komplexeren Shops (z. B. mit mehreren Bezahlarten, Marketingfunktionen, Kundenaccounts, usw.) bieten die Unternehmen 1&1 eShops, Strato Webshops und WooCommerce sehr gute Lösungen an. Das Budget und die Einarbeitungszeit für diese Online Shops fallen höher aus als bei den kleineren Shops.

Shopinhaber, die von Anfang an hingegen den Slogan „Think big!“ beherzigen und viel Zeit und Budget in ihren Online Shop investieren möchten, sind mit dem Open Source Anbieter Magento gut bedient. Hierzu sei aber erwähnt, dass Sie jemanden an der Hand haben sollten, der sehr gute technische Kenntnisse hat, da das Shopsystem selbst installiert und konfiguriert werden muss. Zudem benötigen Sie für den Shop einen eigenen Webspace, während Sie bei den kleineren Shopvarianten in eine Cloud der Anbieter integriert sind.

Safety first: Rechtliche Voraussetzungen für einen Shop

Zu guter Letzt möchten wir noch auf einige rechtliche Vorschriften für Online Shop Betreiber hinweisen:

1.     Mit der Eröffnung eines Online Shops müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Die einfachste Form ist ein Einzelunternehmen.

2.     Weisen Sie immer den Netto- und Bruttobetrag sowie die enthaltene Mehrwertsteuer der Produkte aus.

3.      Integrieren Sie in den Bestellprozess einen Hinweis auf das Widerrufsrecht und Ihre AGB.

4.     Versenden Sie nach jeder erfolgreichen Bestellung eine Bestellbestätigung per E-Mail.

5.     Vergessen Sie nicht, dass jeder Online Shop außerdem ein Impressum benötigt. Folgendes Tool kann Ihnen ein rechtssicheres Impressum generieren. (https://www.e-recht24.de/impressum-generator.html)