Welche wissenswerten und kuriosen Fakten gibt es zur E-Mail? 10 lehrreiche und witzige Geschichten

Wer heute die Email zum Austausch von Informationen oder für das Email-Marketing nutzt, denkt selten darüber nach, wie dessen Geschichte begann und wer die erste elektronische Nachricht verfasst hat. Obwohl die Idee des Nachrichtenversandes über den Computer noch gar nicht so lange zurückliegt, sind Emails inzwischen Teil unserer Kultur geworden und wurden auch durch die sozialen Netzwerke oder Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp oder Skype bisher nicht verdrängt. Im Gegenteil – die Email gilt noch immer als der am meisten genutzte Dienst im Internet. Nach Analysen des Instituts für Demoskopie Allensbach nutzten im Jahr 2014 rund 95 Prozent aller Deutschen die Email auf dem Desktop-PC oder dem Notebook und etwa 97 Prozent auf dem Smartphone. Weltweit wurden Statistiken nach im Jahr 2015 mehr als 205 Milliarden Emails / Tag verschickt. Lesen Sie hier 10 überraschende und interessante Fakten über die Email und ihre Geschichte.

1. Die Geburtsstunde der Email

Den großen Erfolg, den die Email in den nächsten Jahrzehnten haben sollte, hat der amerikanische Erfinder Ray Tomlinson wohl nicht vorausgesehen, als er gegen Ende der 1960er Jahre während seiner Arbeit bei Bolt Beranek and Newman (BBN) in Cambridge ein Datentransferprotokoll entwickelte, mit dessen Hilfe Dateien zwischen verschiedenen Rechnern übertragen werden konnten. Durch die Erweiterung dieses Protokolls wurde es bald darauf möglich, auf diesem Weg auch elektronische Nachrichten zu versenden. Im Jahr 1971 schickte Tomlinson die erste Email vom Rechner BBN-TENEXB an den Rechner BBN-TENEXA, der im gleichen Raum stand. Wie es heißt, kann er sich an deren Inhalt nur noch in soweit erinnern, dass darin die Verwendung des @-Symbols als Teil einer Email-Adresse erklärt wurde. Tomlinson erfuhr übrigens erst im Jahr 2009 eine Ehrung für seine bahnbrechende Erfindung, als er den Prinz-von-Asturien-Preis erhielt, eine spanische Auszeichnung, die jährlich in Oviedo verliehen wird.

2. Was es mit dem Klammeraffen auf sich hat

Darüber, wie eine Email-Adresse aussehen soll, hat sich Tomlinson bereits vor dem Versand der ersten Nachricht Gedanken gemacht. Diese sollte nämlich eine genaue Identifizierung im damals genutzten Arpanet garantieren und daher aus dem Namen des Empfängers und dem Namen des empfangenden Computers bestehen. Heute ist der zweite Teil der Name des Mailservers, wie etwa web, gmx, yahoo und googlemail. Die Länderkennung gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Um die beiden Namensteile miteinander zu verbinden, suchte Tomlinson nach einem Symbol, das bisher noch nicht im Schriftsatz amerikanischer Fernschreiber genutzt wurde. Fündig wurde er bei dem At-Symbol, geschrieben @, das vermutlich bereits im Mittelalter als Buchstabenverbund des lateinischen Begriffes „ad“ verwendet wurde. Anderen Hypothesen nach entstand das Zeichen aus dem französischen à. Auf englischen Schreibmaschinentastaturen wurde das @ bereits ab den 1880er Jahren verwendet und in Akten des Reichskammergerichtes in Frankfurt am Main ist das Symbol mit der Bedeutung „contra“ schon im 18. Jahrhundert bekannt.

3. Das @-Zeichen trägt weltweit unterschiedliche Spitznamen

Auf der ganzen Welt wird das @-Symbol heute vorrangig mit dem Internet und der Email assoziiert und trägt eine Reihe liebevoller Spitznamen. So wird es beispielsweise in Deutschland gern als Klammeraffe, Affenschwanz oder Affenschaukel bezeichnet; in Finnland ist es als Katzenschwanz und in den Niederlanden als Affenschwänzchen bekannt und in Israel trägt es den Namen eines Gebäcks, dem Strudel.

4. Die erste erfolgreiche Email-Marketing Kampagne oder die Erfindung von Spam ließ nicht lange auf sich warten

Im Jahr 1978 war die Nachrichtenübermittlung per Email noch jung, dennoch wurde in diesem Jahr bereits die erste Email-Marketing Kampagne verschickt, die dem Computerverkäufer Gary Thuerk zugeschrieben wird. Thuerk verschickte seine Nachricht am 3. Mai 1978 an rund 600 Empfänger und soll daraufhin einige Wochen später ein Millionengeschäft mit dem Verkauf von Computern gemacht haben. Thuerk formulierte seinen Text sehr pragmatisch und schrieb ihn ausschließlich in Großbuchstaben – ein No-Go im heutigen E-Mail-Marketing. Als Spam wurde Thuerks Nachricht allerdings damals noch nicht bezeichnet. Dieser Begriff kam erst im Jahr 1993 auf und geht auf einen Sketch der britischen Komiker Monty Python zurück. Dieser wiederum beruht auf dem Markennamen eines Dosenfleisches. Bereits im Jahr 1995 überstieg die Zahl versendeter Werbe-Emails übrigens die der regulären Nachrichten.

5. Symbole in Emails drücken seit 1979 Emotionen aus

Ein Emoticon besteht im Grunde genommen aus Satzzeichen und war als sogenanntes Strichmännchengesicht bereits vor dem digitalen Zeitalter bekannt. Am Computer ist das Emoticon eine Zusammenstellung von ASCII-Zeichen, die heute nicht nur im Email-Verkehr, sondern auch in sozialen Netzwerken, beim Instant Messaging, beim Chatten oder in SMS verwendet werden. In einer Email wurden die lustigen Symbole erstmalig im Jahr 1979 auf Vorschlag von Kevin McKenzie verwendet, um damit Emotionen kurz ausdrücken zu können. Das erste Smiley war noch keins, sondern bestand nur aus einem Strich und der geschlossenen Klammer -). Das sollte für „ironisch“ oder „witzelnd“ stehen. Als wirklicher Erfinder der Emoticons gilt heute der IT-Professor Scott Elliot Fahlman aus den USA, der im Jahr 1982 die Zeichenkombinationen 🙂 und 🙁 als Markierung für etwas Witziges beziehungsweise das Gegenteil vorschlug.

6. Deutschland musste noch mehr als zehn Jahre auf die erste Email warten

Die erste Email in Deutschland wurde am 3. August 1984 durch den Informatiker Michael Rotert in Karlsruhe empfangen. An die Email-Adresse rotert@germany schickte die Wissenschaftlerin Laura Breeden eine Nachricht aus Cambridge, deren Inhalt „Michael, This is your official welcome to CSNET.“ gelautet haben soll. Rotert hatte jedoch nicht allein das Glück diese Email zu empfangen, sondern auch der Leiter des Karlsruher Rechenzentrums, Werner Zorn, erhielt eine Kopie an zorn@germany. So schnell wie heute war eine Email zu Beginn ihres Zeitalters jedoch nicht. Während wir es gewöhnt sind, eine Email-Botschaft bereits wenige Sekunden nach ihrem Versand in unserem Postfach vorzufinden, nahm die Übertragung damals noch bis zu einer halben Stunde in Anspruch.

7. Das Passwort – Leicht zu merken und sicher zugleich?

Die Auswahl eines wasserdichten Passworts ist bei der Einrichtung eines neuen Email-Accounts unerlässlich. Schließlich wollen wir uns alle vor Datenmissbrauch schützen und wünschen auch nicht, dass andere sich Zugang zu unserem Postfach verschaffen und private Nachrichten oder gar offizielle Geschäftskorrespondenz oder unsere Kreditkartenabrechnung lesen können. Jeder weiß, dass er ein gutes Passwort braucht, das eine bestimmte Zeichenanzahl und darüber hinaus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und andere Zeichen aufweisen sollte. Und doch hält sich ein Großteil der Bevölkerung nicht daran: Zu den meistgenutzten Email-Passwörter zählten 2015 laut SplashData immer noch die Zahlenabfolgen 123456 und 12345678 und das Wort „password“. Ja, diese Passwörter können Sie sich leicht merken.  Aber sie können genauso leicht geknackt werden. Deshalb sollte man sich bei der Auswahl des Passworts schon etwas mehr Mühe geben. Wer den Überblick über seine verschiedenen Passwörter, PINs und Codes zu verlieren droht, nutz im besten Fall einen Passwortmanager, der sämtliche Passwörter an einem zentralen Ort verwaltet. Passwordbox und F-Secure sind dabei nur zwei von vielen Apps, die ein solches Management ermöglichen.

8. Unerwünschte Eindringlinge in das Postfach

Während der Begriff Hacker heute in erster Linie mit Internetkriminalität in Verbindung gebracht wird, bezeichnete er in den 1960er Jahren eine Studentengruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Maschinenmodelle zur Steigerung der Leistung umbaute. Ins Licht der Öffentlichkeit traten Hacker jedoch erst im Jahr 1983 durch das Eindringen des erst siebzehnjährigen Kevin Poulsen in das Arpanet und durch den Film „Wargames“ von John Badham, der die Erlebnisse eines Hackers zum Thema hat. Heute nimmt das Hacken unterschiedliche Formen an, ist jedoch häufig mit kriminellen Aktivitäten verbunden. So wurde zum Beispiel im Jahr 2015 bekannt, dass Hacker in die Email-Konten von Tausenden T-Online-Kunden eindrangen und deren Postfächer mit Emails überschwemmten, die gefährlichen Schadcode enthielten. Wie „Die Welt“ im März 2015 berichtete, gelang es dem britischen Betrüger Neil Moore durch eine falsche Email aus einem der bestabgesicherten Gefängnisse Großbritanniens entlassen zu werden. Die „Augsburger Allgemeine“ wusste hingegen im Oktober des gleichen Jahres von einem Schüler zu berichten, der das private Email-Konto des CIA-Chefs geknackt haben soll.

9. Wenn Newsletter und Emails erwünscht sind

Obwohl Werbung und Informationen bereits vorher elektronisch verschickt wurden, kam erst im Jahr 1999 ein einheitlicher Begriff dafür auf. Der Autor Seth Godin, der nach seinem Studium unter anderem als Produktmanager bei einer Softwarefirma gearbeitet hatte, prägte den Begriff Permission Marketing in einem seiner Bücher und beschrieb damit das durch den Kunden ausdrücklich erlaubte Direktmarketing. Eine Einwilligung ist derzeit in Deutschland für die Email- und Telefonwerbung notwendig. Das wird unter anderem im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und das Telemediengesetz geregelt und darf daher beim Email-Marketing keinesfalls vergessen werden.

10. Nach Hause telefonieren – Nachricht aus dem All

Emails versprechen Kommunikation über sämtliche Grenzen hinweg. Dabei sind nicht nur Landesgrenzen, geographische Grenzen und kulturelle Grenzen gemeint. Nein, sogar die Grenzen des Weltalls kann eine E-Mail überbrücken. So zum ersten Mal 1991 geschehen: Die Besatzung des amerikanischen Space Shuttles Atlantis auf der Mission STS-43 nutzte einen Macintosh Portable und die Software AppleLink, um folgende Nachricht an die Erde zu übermitteln:  „Hallo Erde! Grüße von der STS-43 Crew. Das hier ist der erste AppleLink aus dem Weltraum. Wir haben eine GROSSARTIGE Zeit hier oben! Schade, dass ihr nicht auch hier seid … Hasta la vista, baby … Wir kommen wieder!“

Von ihren Anfangsjahren bis heute ist die Email zu einem der wichtigsten Kommunikationsmittel auf der ganzen Welt geworden und wird sowohl geschäftlich als auch privat viel genutzt. Auch im Marketing spielen Emails und Newsletter eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiter der treaction ag zeigen Ihnen gern, wie Sie die Anzahl ihrer Kunden und ihren Umsatz mithilfe des Email-Marketings steigern können.

Über den Autor

Marc Kresin ist Vorstand der treaction und arbeitet seit der Jahrtausendwende im CRM & Marketing Bereich. Die treaction AG ist ein spezialisierter Dienstleister für das Thema Email-Marketing. Herr Kresin steht Ihnen gerne für Ihre Fragen rund um das Thema Email-Marketing zur Verfügung.

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