Warenkorbabbrecher – 5 Tipps um sie zurück zu holen

Warenkorbabbrecher

Ein Nutzer ist in Ihren Online-Shop gekommen, hat sich mehrere Produkte angesehen, seinen Warenkorb gefüllt – nur, um schließlich doch alles wieder abzubrechen. Das ist keine Ausnahme, sondern passiert jedem Online-Shop-Betreiber. Bis zu 80 Prozent der Interessenten springen vor dem Kauf wieder ab. Die Optimierung des Kaufprozesses und Ihrer Bestellseiten ist eine Sache. Aber auch danach müssen Sie die Warenkorbabbrecher nicht einfach ziehen lassen. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben, nicht konvertierende User zu zahlenden Kunden zu machen.

 

Warenkorbabbrecher per E-Mail ansprechen

Einen vollgepackten Warenkorb auf dem Weg zur Kasse einfach stehen lassen und den Shop verlassen? Was im Supermarkt für komische Blicke sorgen würde, ist im Online-Geschäft gang und gäbe. Die einfachste Lösung ist es nun, den Nutzer direkt per E-Mail anzusprechen. Das geht allerdings nur, wenn der Warenkorbabbrecher Ihnen bereits bekannt ist und seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat, Werbemails von Ihnen zu empfangen.

 

Eine versteckte Checkbox, durch die sich ein Kunde aus Versehen zum Newsletter anmeldet, ist dabei nicht nur rechtlich unzulässig, sondern macht außerdem wenig Sinn. Sie sind sowieso verpflichtet, für Werbemails das sogenannte Double-Opt-in-Verfahren anzubieten. Das heißt, ein Kunde muss durch einen Link in Ihrer ersten E-Mail bestätigen, dass es tatsächlich er selbst war, der sich zum Newsletter anmelden wollte.

 

Alternativ können Sie auch gezielt um die Erlaubnis bitten, Erinnerungsmails nach einem Kaufabbruch zu verschicken. Sichern Sie sich bei der Platzierung und Formulierung von Anmeldeformularen aber besser grundsätzlich durch einen auf Online-Recht spezialisierten Anwalt ab, um böse und teure Überraschungen zu vermeiden. Einen ausführlichen Artikel zum rechtskonformen E-Mail-Marketing lesen Sie bei den Experten der IT-Recht-Kanzlei.

 

Aus Angst vor Abmahnungen komplett auf Reaktivierungsmailings zu verzichten, würde allerdings bedeuten, eines der effektivsten Instrumente im Kundengewinnungsprozess zu ignorieren und damit wertvolle Wettbewerbsvorteile zu verlieren. Nicht nur, dass Reaktivierungskampagnen überdurchschnittlich hohe Öffnungs- und Klickraten aufweisen. Sie eröffnen Ihnen außerdem zahlreiche Möglichkeiten, auf kreative Weise mit Ihren Kunden in Kontakt zu treten:

 

1. Reaktivierungsmails mit Rabattcode

Die einfachste Variante, dem Kunden seinen verwahrlosten Einkaufskorb wieder schmackhaft zu machen, ist das Anbieten eines Rabattcodes oder Gutscheins. Sie werden überrascht sein, wie viele User plötzlich doch kaufen, wenn sie ein paar Euro sparen können.

 

2. Produktempfehlungen per E-Mail

Ihr Beinahe-Käufer kann aus verschiedenen Gründen vor dem Kauf abgesprungen sein. Vielleicht war sein Akku leer, seine Bahn kam in diesem Moment oder er möchte seine endgültige Entscheidung lieber in Ruhe am Abend treffen. Eine überzeugende E-Mail mit ansprechenden Bildern und einem einprägsamen Slogan zu seinen angesehenen Produkten kann nun wahre Wunder bewirken. Hat er seinen Einkaufskorb wirklich nur vergessen, wird er sofort zuschlagen. Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass alle Produkte Ihrer Kunden im Warenkorb erhalten bleiben.

 

3.Automatisierte Erinnerungsmailings

Angemeldete oder registrierte Kunden, die dem Erhalt Ihres Newsletters zugestimmt haben, können durch automatisierte Kampagnen in regelmäßigen Abständen an ihren Warenkorb erinnert werden. Dabei können Klick- und Kaufverhalten der Nutzer analysiert werden und Sie können ihm im Anschluss eventuell ähnliche oder passende Produkte anbieten. Mithilfe der Anbindung an Ihr CRM-System, werden Ihre Kunden in Segmente unterteilt und automatisiert auf dem Laufenden gehalten.

 

4. Warenkorb speichern

Geben Sie Ihren Besuchern die Möglichkeit, ihren Warenkorb zu speichern und ihn sich per E-Mail zuschicken zu lassen, für den Fall, dass kein Kauf zustande kommt. Diese Erinnerung sollte möglichst innerhalb der ersten zwölf Stunden nach Abbruch erfolgen – dann ist die Conversion Rate am höchsten.

 

Die optimale Gestaltung von Warenkorbabbrecher-Mailings

Reaktivierungsmails sind Ihre Chance, den Kunden doch noch zum Kaufen zu bewegen. Überlegen Sie sich also gut, wie der Inhalt aussehen soll. Der Leser sollte bereits im Betreff die Relevanz erkennen, um Ihre E-Mail überhaupt zu öffnen. Versuchen Sie, nicht zu aufdringlich zu wirken und erinnern Sie den Kunden freundlich an seinen abgebrochenen Einkauf. Nehmen Sie Bezug zu den Artikeln im Warenkorb und fragen Sie nach, ob eventuell noch Informationen benötigt werden. Ein eindeutiger Call-to-action sorgt dafür, dass der Leser am Ende hoffentlich den Weg zurück in Ihren Shop findet.

 

Damit Ihr Kunde seine Entscheidung nicht abermals verschiebt, bieten Sie einen Sonderrabatt mit einem zeitlichen Limit an. Bekommt er beispielsweise nur heute 15 Prozent Rabatt auf seinen gesamten Warenkorb, wird er es sich zweimal überlegen, ob er sich diese Chance entgehen lässt.

Sollte ein Kunde auf die erste Nachricht nicht reagieren, senden Sie gern noch eine zweite oder eine dritte Mail. Nicht jeder liest täglich seine privaten E-Mails. Haben Sie also etwas Geduld.

 

5. Retargeting

E-Mail-Marketing ist nicht die einzige Möglichkeit, einmal verlorene Kunden wieder an Bord zu holen. Auch auf Ihrer eigenen Seite können Sie einen Nutzer überzeugen, einen Kauf doch noch zu tätigen.

 

Verweilt der User eine bestimmte Zeit in seinem Warenkorb, ohne eine Aktion durchzuführen, ist die Chance groß, dass er abspringt. Ein rechtzeitig auftauchendes Pop-up kann das in letzter Sekunde verhindern. Weisen Sie den Besucher auf einen Sondersale hin, bieten Sie ihm Erstkundenrabatt oder erwähnen Sie Ihren kostenlosen Versandservice. Packen Sie kurz und knackig alles, was ihn überzeugen könnte, in das kleine Fenster. Achten Sie aber darauf, besonders großflächige Pop-ups nicht zu früh einzublenden, um Ihre Interessenten nicht zu verschrecken.

 

Retargeting funktioniert übrigens auch prima auf anderen, thematisch passenden Webseiten oder in den sozialen Medien, vor allem auf Facebook. Dort können Sie dem Abbrecher durch das Einblenden von Anzeigen immer wieder einzelne Produkte aus seinem Warenkorb präsentieren. Am besten verbinden Sie diese Aktion mit einem Gutschein oder einem Sales-Angebot.

 

Fazit

Neben der Optimierung Ihrer Bestellseiten, damit es gar nicht erst zu einem Kaufabbruch kommt, ist es besonders wichtig, den verlorenen Kunden schnellstmöglich zurückzugewinnen. Die erste Aktion Ihrerseits sollte innerhalb von zwölf Stunden nach dem Abbruch geschehen. Damit Sie weder Zeit noch Kunden verlieren, eignet sich dafür eine E-Mail-Marketing-Automation. Gut strukturierte Reaktivierungsmailings sind die effektivste Möglichkeit, einen Warenkorbabbrecher doch noch zum Käufer zu machen. Spezielle Pop-up-Lösungen können einen Absprung sogar in letzter Minute verhindern. Sie sehen also, auch wenn Sie nach der Optimierung Ihrer Website noch mit Abbrechern zu kämpfen haben, gibt es Wege, zufriedene Kunden aus ihnen zu machen.