Online Shop erstellen in 2022:
Schritt für Schritt Anleitung

Du möchtest einen eigenen Online Shop für ein kleines bis mittelgroßes Unternehmen erstellen? Wir zeigen dir in diesem Artikel alle Grundlagen des E-Commerce und wie du Schritt für Schritt vorgehst, um deinen ersten Online Shop zu erstellen – von der Auswahl des richtigen Shopsystems bis hin zur Trafficgenerierung auf der fertigen Seite.

Frau fotografiert Produkte für Online-Shop
Inhalte im Überblick

1. Schritt: eigener Online Shop oder Marktplatz?

Die wichtigste Frage, die du dir stellen sollest, bevor du deinen ersten eigenen Shop erstellst, ist die, nach der richtigen Plattform. Was sind die Vorteile eines eigenen Shops und reicht es vielleicht, die eigenen Produkte zunächst auf einem Marktplatz wie amazon oder Etsy anzubieten?

Produkte im eigenen Online Shop oder Marktplatz verkaufen?

Für neue, unbekannte Unternehmen kann es zu Beginn sinnvoll sein, den Traffic einer großen Plattform zu nutzen und somit Geld für eigene Werbung einzusparen. Allerdings sollte das langfristige Ziel sein, selbst genügend Traffic auf die eigene Seite zu bekommen, um unabhängig deine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen zu können. Schließlich zahlst du, je nach Plattform, nicht nur bis zu 20 Prozent Provision auf deine Verkäufe, sondern du verzichtest außerdem auf wertvolle Kundendaten und damit auf die Möglichkeit zur Kundenbindung, Remarketing oder den Versand von Newslettern – alles Maßnahmen zur Umsatzsteigerung.

Dein Ziel sollte es also immer sein, eine eigene Marke, inklusive Stammkundschaft aufzubauen, die dich unabhängig von externen Anbietern macht. Solange du noch keine oder kaum eigene Kundschaft auf deiner Seite hast, kannst du natürlich auch beide Möglichkeiten parallel nutzen.

2. Schritt: Die Wahl des richtigen Shopsystems

Um das für dich passende Shopsystem auszuwählen, solltest du bereits wissen, mit welchen Umsätzen du rechnen kannst, wie groß dein Sortiment ist und somit auch, wie viel Zeit und Ressourcen du für dein Online Shop Projekt aufwenden möchtest.

Baukaustensysteme

Mit Baukästen-Shops wie Jimdo oder Wix kannst du, auch ohne große Programmierkenntnisse, innerhalb weniger Tage einen funktionierenden Onlineshop ins Netz stellen. Die Kosten dafür betragen, je nach Paket, nicht mehr als 20 Euro. Du solltest allerdings bedenken, dass auch deine Flexibilität entsprechend eingeschränkt ist. Große Anpassungen und individuelle Funktionen sind mit Baukastensystemen nicht möglich.

Screenshot Jimdo Webseite

Mittelgroße Shopsysteme

Mit einem etwas größerem Budget lohnt sich ein mittelgroßes Shopsystem wie Shopify, mit dem du deutlich mehr Funktionen, Integrationen und Möglichkeiten zum Marketing zur Verfügung hast. Als Einsteiger, der bereits weiß, dass ein Shop in den nächsten Monaten wachsen wird, ist die Größe eines solchen Shopsystems ideal. Gleichzeitig sind die technischen Herausforderungen nicht so groß, wie bei High-End Produkten. Screenshot Shopify Startseite

Shopify ist weltweit eines der beliebtesten Online Shopsysteme. Das liegt vor allem am großen Funktionsumfang mit vielen nützlichen Apps und dem integrierten Blogsystem.

Komplexe Shopsysteme

Woo-Commerce, Shopware oder Magento lassen sich kaum ohne gute technische Kenntnisse auf der eigenen Seite implementieren. Die Open Source Systeme müssen eigenständig installiert und konfiguriert werden. Auf der anderen Seite bietet das natürlich maximale Individualisierungsmöglichkeiten. Dadurch dauert es länger, bis ein Projekt fertiggestellt ist. Außerdem solltest du mit Kosten von mehreren tausend Euro im Monat für das Aufsetzen und die Pflege eines solchen Shopsystems rechnen.

Screenshot Woocomerce Startseite

Hast du bereits eine bestehende WordPress Seite, empfiehlt sich vor allem WooCommmerce, da es als Plugin jede WordPress Seite in einen Webshop verwandeln kann. Allerdings benötigst du dafür entweder selbst gute technische Kenntnisse oder einen Entwickler, der den Aufbau und die Pflege deines Shops übernimmt.

Fragen zur Auswahl des passenden Shopsystems

  • Welche Zahlungsmöglichkeiten möchtest du anbieten (Paypal, Rechnung, Apple Pay etc.)?
  • Möchtest du mit Kundenkonten arbeiten?
  • Gibt es Bewertungsmöglichkeiten für Kunden?
  • Welche Versandoptionen (im In- und Ausland) kannst du anbieten?
  • Welche Marketingfunktionen (Cross-Selling, Gutscheine, E-Mail Marketing, Integration von Social Media) möchtest du nutzen?
  • Hält das Shopsystem Richtlinien ein, die den europäischen Regelungen entsprechen?
  • Welche Sicherheitsfunktionen gibt es (SSL etc.)?
  • Gibt es Support bei Problemen?

3. Schritt: Den Online Shop rechtssicher machen

Einer der wichtigsten Schritte, den du bei deiner Online Shop Erstellung keinesfalls auslassen darfst, wenn du keine Abmahnung riskieren möchtest, ist die Überprüfung deiner Seite auf Rechtssicherheit. Dazu braucht dein Shop eine Seite zum Impressum und zur Datenschutzerklärung, die beide von der Startseite aus erreichbar sein müssen. Dort muss der Betreiber der Seite mit Namen und Anschrift aufgeführt sein. Außerdem muss ein Käufer auf sein Widerrufsrecht und die AGB hingewiesen werden.

Screenshot_Impressum_Treaction

Deine Preise musst du im Shop als Bruttopreise angeben und die Mehrwertsteuer ausweisen. Bei der Bestellung muss außerdem erkennbar sein, dass es sich um eine zahlungspflichtige Transaktion handelt und deinem Kunden muss nach seiner Bestellung eine Bestellbestätigung zugehen.

4. Schritt: Produktseiten erstellen

Sind alle technischen Voraussetzungen geklärt, geht es an die Inhalte. Der wichtigste Teil deines Online Shops sind die Produktseiten, auf denen du deine Produkte oder Dienstleistungen anbietest. Produktseiten sind Landing Pages, auf denen ein Kunde alle Informationen zum Produkt enthält und von wo aus er direkt zum Kauf weitergeleitet wird.

Screenshots Produktseite About You Hose von Hugo Boss

Um einen Kunden vom Kauf zu überzeugen, muss jedes Detail stimmen: mindestens ein aussagekräftiges Bild von hoher Qualität, ein einzigartiger Text, der alle Vorteile des Produktes hervorhebt und ein klarer Call-to-action Button, der den Kunden dazu auffordert, zu kaufen oder eine andere von dir gewünschte Aktion auszuführen. Links zu anderen Seiten und allem, was den Kunden vom Kauf ablenken könnte, solltest du auf deinen Produktseiten hingegen vermeiden.

Eine gute Idee sind außerdem vertrauenserweckende Elemente, die einen Kunden noch einmal in der Annahme bestätigen, dass dein Shop der Richtige für einen Kauf ist. Das können zum Beispiel Bewertungen anderer Kunden oder Qualitätssiegel und Auszeichnungen sein.

Zu einer umfassenden SEO-Strategie gehört auch der optimale Aufbau von Produktseiten! Du willst mit einem Experten darüber sprechen? Dann kontaktiere uns jetzt!

5. Schritt: Traffic generieren für deinen Online Shop

Dein Online Shop steht und nun möchtest du möglichst viele Besucher auf deine Seite holen. Für die Neukundengenerierung hast du verschiedene Möglichkeiten: du kannst bezahlte Werbung schalten – in Suchmaschinen oder den sozialen Netzwerken – und so schnell und unkompliziert neue Kunden auf deine Seite ziehen. Der Vorteil ist, dass du sofort Ergebnisse erzielst, der Nachteil, dass SEA – je nachdem, für welches Thema du stehst – sehr kostenintensiv sein kann.

Kundengewinnung durch SEA und SEO

Die Alternative zu Google Ads oder Display Werbung ist die Suchmaschinenoptimierung, mit der du organisch in den Suchmaschinen zu deinen gewünschten Suchbegriffen gefunden werden kannst. Das ist theoretisch kostenlos, erfordert aber natürlich einiges an Zeit und Know-how. Dafür sind die Erfolge durch Suchmaschinenoptimierung oft langfristiger. Es dauert allerdings einige Monate, bis du erste Ergebnisse erkennen kannst.

Egal, ob du dich für bezahlte Werbung oder SEO entscheidest: die Grundvoraussetzung ist immer ein optimierter Shop. Schließlich wird bei Google nur angezeigt, was einen echten Mehrwert für potenzielle Kunden bietet. Das bedeutet, dass deine Arbeit nicht mit der Erstellung einer schönen Produktseite getan ist, sondern dass du mit Inhalten überzeugen musst. Das kannst du beispielsweise durch einen Unternehmensblog oder einen strategisch geplanten Auftritt in verschiedenen sozialen Netzwerken.

Screenshot des Blogs der Deutschen Bahn

Auch der technische Aufbau deiner Seite ist wichtig für die Kundengewinnung. So solltest du darauf achten, dass deine Seite schnell lädt, keine toten Links vorhanden sind und dass eine Seite logisch zu einer anderen Unterseite verlinkt.

Hast du durch deine Maßnahmen erste Kunden in deinen neuen Online Shop bekommen, geht es darum, sie durch den geschickten Aufbau eines Sales Funnels zum Kauf zu bewegen. Dafür kannst du deine Leads auf bestimmte Angebote aufmerksam machen oder ihnen weitere Informationen zu deinen Produkten zukommen lassen.

Hervorragend geeignet für die Verwandlung von Leads in zahlende Kunden ist außerdem E-Mail Marketing. In regelmäßigen Newslettern kannst du Interessenten über Angebote und Neuheiten auf dem Laufenden halten und ihnen dein Angebot maßgeschneidert präsentieren.

Fazit: Erstellung eines Online Shops

Du siehst: die Erstellung des eigentlichen Shops ist nur ein kleiner Teil im Prozess der Online Shop Erstellung. Noch wichtiger sind die Definition deiner Umsatzziele, Preise und Produkte, um zunächst einmal das für dich passende Shopsystem auszuwählen. Du solltest wissen, ob du dich allein um die Gestaltung des Shops und die Kundengenerierung kümmern wirst oder Experten dafür einstellst. Danach richtet sich deine Strategie.