Nach Dornröschenschlaf: Social Media Recruiting nimmt wieder Fahrt auf

Social Media Recruiting

Wie funktioniert Social Media Recruiting?

 

Die Funktion, sich über Social Media geeignete Bewerber zu suchen oder sein Unternehmen für Bewerber attraktiv zu präsentieren, unterscheidet sich nicht von dem Vorgehen von Online-Shops oder Dienstleistern. In beiden Bereichen ist es entscheidet, dass der Kunde (oder auch der Bewerber) auf das Unternehmen aufmerksam wird. Dabei wird in beiden Fällen eine zielgruppengerechte Ansprache eingesetzt. Im Erfolgsfall wird entweder der Kauf generiert oder es folgt die Bewerbung einer geeigneten Fachkraft.

 

Schon seit Beginn des Social Media Recruiting spielten die Karrierenetzwerke Xing und LinkedIn die Hauptrollen bei der Bewerbersuche. In beiden Netzwerken erfahren Personalbeauftragte viele Anhaltspunkte über die bisherigen beruflichen Stationen und die Fähigkeiten der Fachkräfte. Kein Wunder also, dass die beiden Plattformen durch das Social Media Recruiting sehr schnell an Wachstum gewonnen haben.

 

Die Passivität der Unternehmen

 

Nach dem ersten Boom des Recruitings über Social Media, kehrte ab 2015 eine Flaute ein. Viele Personalabteilungen fanden den Zeit- und Ressourcenaufwand für die eigene Darstellung und die Suche nach Bewerbern in sozialen Netzwerken zu groß. Die meisten stiegen wieder auf altbewährte Methoden um: Stellenanzeigen wurden in den gängigen Karriereportalen oder in regionalen Zeitungen inseriert. Eine weitere Erklärung für die eher zögerliche Nutzung des Social Media könnte sein, dass der Druck Fachpersonal zu finden, in einigen Branchen noch nicht groß genug war. Denn bis vor einigen Jahren stand das Machtverhältnis von Unternehmern und Bewerbern noch auf Seiten der Ersteren.

 

Der Wandel: Von Gesuchten zu Suchern

 

Vor allem seit das Thema Digitalisierung immer mehr an Fahrt aufgenommen hat, finden sich die Unternehmen in der prekären Lage wieder, dass sie auf mehr qualifiziertes Fachpersonal angewiesen sind. Heutzutage ist aber die Motivation, sich aktiv auf eine Stellenanzeige zu bewerben, von geeigneten Kandidaten gesunken. Die Fachkräfte von Morgen lassen sich lieber finden. Nicht umsonst umfasst das Karrierenetzwerk Xing inzwischen weit über 10 Millionen Nutzer (Stand Januar 2017). Die Intention vieler Nutzer des Netzwerks ist es, Kontakte zu knüpfen und dadurch gegebenenfalls an interessante Jobangebote zu kommen. Seit Anfang des Jahres hat die aktive Suche der Unternehmen nach Fachpersonal um mehr als 25 % zugenommen. Ein Trend, der sicher noch sehr viel Potenzial hat.

 

Die Trends im Social Media Recruiting

 

Hatte das Recruiting in sozialen Medien anfangs nur die großen Karrierenetzwerke im Fokus, wird die Bandbreite seither deutlich vergrößert. Spitzenreiter bleiben zwar auch im Jahr 2017 weiterhin Xing und LinkedIn, aber auch andere Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube gewinnen immer mehr an Bedeutung. Ob nun personalisierte Stellenanzeigen im Facebook-Newsfeed angezeigt werden oder das Unternehmen kleine Videos zum Thema Recruiting dreht – je ausgefallener die Idee, umso besser kommt sie bei den potentiellen Arbeitnehmern von Morgen an.

 

Die Idee „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ beispielsweise ist keine Neuerung an sich, aber erzählt ein Mitarbeiter von seinem Arbeitsalltag oder seinen Höhepunkten als Arbeitnehmer eines Unternehmens in einem Youtube Video, hat diese Aktion eine ganz neue und eigene Dynamik.

 

Die Vorteile erkennen und richtig zu nutzen wissen

 

Die Digitalisierung vernetzt sowohl unser privates wie auch unser berufliches Umfeld immer mehr. Viele Absolventen und junge Fachkräfte sind mit den sozialen Medien groß geworden und sollten genau in diesem Bereich angesprochen werden. Die Personalbeschaffung wird zunehmend zum Personalmarketing, das sich viele Ideen des klassischen Online-Marketings abschauen kann. Was spricht dagegen, sich des Content-Marketings zu bedienen, um den Bewerbern eine ganz persönliche „Candidate Journey“ zu ermöglichen? Wie auch im E-Commerce finden sich so nicht nur neue Kunden bzw. Kollegen, sondern auch solche, die loyal hinter dem Unternehmen stehen werden.