Künstliche Intelligenz im Marketing - Die Zukunft liegt in greifbarer Nähe

Künstliche Intelligenz im Marketing – Die Zukunft liegt in greifbarer Nähe

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Form von Chat Bots hat bei Twitter-Nutzern kürzlich für einen Aufschrei gesorgt. In diesem spektakulären Fall standen die Nachteile und Schwächen der KI im Vordergrund. Andere Beispiele jedoch zeigen, dass KI eindeutig auf dem Vormarsch ist und die Zukunft des Marketing schneller erobern wird, als wir es uns bis vor Kurzem noch vorstellen konnten.

 

Twitter und das Fettnäpfchen

Twitter ist mit dem von Microsoft programmierten Chatbot Tay mehr als nur in ein Fettnäpfchen getreten. Tay, ein Software-Roboter mit künstlicher Intelligenz, sollte einen typischen amerikanischen Jugendlichen oder eine Jugendliche simulieren und via Twitter direkt mit den Nutzern kommunizieren. Genau hier liegt das Problem begraben: Der Chatbot wurde nicht in seine Schranken gewiesen, er konnte sich zu jedem erdenklichen Thema Wissen aneignen und dieses weiterverbreiten. Wo es zu Beginn nur um Allgemeines wie Horoskope oder Klatsch und Tratsch aus der Promiwelt ging, wurde Tay durch die Nutzer zunehmend politisiert und schon lief das Experiment derart aus dem Ruder, dass Twitter den Chatbot nach nur einem Tag lahmlegen und sich bei den Nutzern entschuldigen musste. Laut Oliver Bendel ist der Sachverhalt klar. Bendel ist Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz und lehr zu Maschinentechnik und sozialer Robotik. Seinen Aussagen zufolge war das Projekt Tay zum Scheitern verurteilt, weil dem Chatbot keine Metaregeln auferlegt worden waren – also keine Grenzen, an die er sich halten konnte. Lernfähige Maschinen seien auf geschlossene Welten und Ausschnitte der Wirklichkeit angewiesen. Sie sind (noch nicht) dazu in der Lage, die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen und dementsprechend zu agieren.

 

Ein neues Einkaufserlebnis schaffen

Mit Künstlicher Intelligenz liebäugelt trotz dieses grandiosen Fehltritts mittlerweile nicht nur Twitter, sondern ganze Agenturen, Unternehmen und selbstverständlich auch Facebook. Zuckerberg sieht die Zukunft seines Unternehmens in starker Anlehnung an KI und Bots, und zwar in Kombination mit dem ohnehin leistungsstarken und mysteriösen Algorithmus, für den der Social Media-Riese berühmt ist. Anhand der an Facebook übermittelten Daten und Vorlieben und der direkten Kommunikation mit dem Bot sollen völlig neue Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Hier profitieren Marken von neuen Absatzkanälen. Bereits jetzt gibt es bei Facebook den „Jetzt kaufen“-Button, das heißt, das E-Commerce findet nicht mehr nur im Online-Shop, sondern eben auch auf der Facebook-Seite der jeweiligen Marke statt. Nun soll der Facebook Messenger zu einem intelligenten, automatisch agierenden Chatbot weiterentwickelt werden. Gelingt dies, bedeutet das einen enormen Zuwachs an Servicefunktionalität, von der Nutzer wie Unternehmen gleichermaßen profitieren werden. Da die KI nicht nur über sämtliche Daten eines Nutzers verfügt, sondern diese darüber hinaus verstehen kann, ist sie dazu in der Lage, Unternehmen und deren Produkte oder Dienstleistungen noch zielgerichteter zu bewerben und den Nutzer zum Kauf zu überzeugen. Interessen werden ausgewertet, woraufhin Angebote gemacht werden, Bedürfnisse werden erkannt und vorweggenommen. Der Nutzer kann sich eine selbst zusammengestellte Pizza liefern lassen, eine Versicherung abschließen, Informationen zu einem Thema einholen oder den nächsten Urlaub buchen, ganz automatisch und in ausschließlicher Kommunikation mit einer KI.

 

Optimierung und Wachstum durch selbstlernende Systeme

Selbstlernende Systeme, KI und Chatbots – was vor Kurzem noch wie Zukunftsmusik klang, wird heute immer mehr zur Realität. Nicht nur das Social Media Marketing wird sich immer stärker mit diesem Thema auseinandersetzen müssen, um von KI zu profitieren. Auch in anderen Marketingbereichen wie zum Beispiel dem Display Advertising  oder dem Content Marketing findet KI bereits Anwendung. Im ersten Fall berechnet und testet KI die gewinnbringendsten Werbeflächen, während im Content Marketing vor allem die Textoptimierung jetzt schon durch Maschinen unterstützt wird. Auch im Rahmen des Email-Marketing und hier vor allem bei der Conversion Optimierung, im Suchmaschinenmarketing und im CRM verspricht der Einsatz intelligenter, lernfähiger Systeme Optimierung und Wachstum.

 

Fazit

An KI führt kein Weg mehr vorbei. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich bis jetzt noch häufig auftretende Probleme vermeiden lassen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der Einsatz von Chatbots auf die Mitarbeiterstrukturen der Unternehmen auswirken wird, die die künstliche Intelligenz zu Ihrem Vorteil nutzen.