Entwicklungen im E-Mail-Marketing: Diese 5 Trends erwarten Sie

E-Mail-Marketing Entwicklung

Die Spuren der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung und datengetriebenen Analyse gehen auch am E-Mail-Marketing nicht vorbei. So standen auch bei der diesjährigen dmexco (digital marketing exposition & conference 2017) die Zeichen ganz im Sinne der künstlichen Intelligenz. Aber nicht nur im  Bereich der Analyse wird es im E-Mail-Marketing viel Bewegung geben. Die Trends gehen immer mehr zu einem interaktiven Kontakt mit den Zielgruppen, der Optimierung von E-Mails auf mobilen Endgeräten und dem vermehrten Einsatz von Videos und animierten Bildern. Der Schwerpunkt bei den Entwicklungen liegt somit deutlich mehr auf technologischer, als auf inhaltlicher Seite.

Wie sich der E-Mail-Marketing-Markt tatsächlich weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten – die folgenden fünf Trends werden Ihnen aber in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit begegnen:

1. Artificial Intelligence

 

Hinter diesem etwas sperrigen Ausdruck verbirgt sich eine recht simple Funktion: Die Optimierung des E-Mail-Marketings mithilfe künstlicher Intelligenz. Auch wenn die Funktion im ersten Moment simpel klingt, so ist die Technik dahinter sehr komplex. Im Einzelnen soll das zukünftige Tool mit jeder verschickten E-Mail Metainformationen aufnehmen und auf diese Weise “lernen“. So kann beispielsweise der Versandzeitpunkt optimiert werden, indem eine Rückmeldung an das System erfolgt, zu welchen Zeiten die versandten E-Mails durchschnittlich geöffnet wurden und das System diese Meldung für den nächsten Versand speichert.

 

Als Beispiel: Bislang erfolgt der Versand eines Newsletters immer Freitagabends. Die Rückmeldung an das System gibt jedoch Auskunft darüber, dass die Öffnungsrate der Mails erst Sonntagabends am höchsten ist. Diese Information nimmt das System auf und verschickt den nächsten Newsletter erst Sonntagabends. Die darauffolgende Rückmeldung zeigt, ob der neue Versandzeitpunkt möglicherweise noch weiter optimiert oder so beibehalten werden kann. Entsprechende Optimierungen können entweder sehr global gehalten oder sogar auf unterschiedliche Zielgruppen herunter gebrochen werden, z. B. auf Rentner, Berufstätige, B2B-Bereich, etc.

 

Einen großen Nutzen von der datengetriebenen Analyse können auch werbliche E-Mails haben. So kann pro Zielgruppe „gelernt“ werden, welche Produktempfehlungen oder Produktlinks beispielsweise in einem Newsletter sehr häufig angeklickt werden. Die Aussteuerung entsprechender Produktempfehlungen kann dann im nächsten Newsletter aufgrund dieser Daten erfolgen.

 

Fazit

 

Der Einsatz künstlicher Intelligenz im E-Mail-Marketing wird Unternehmen viele Vorteile bieten. Bis heute ist das E-Mail-Marketing das bevorzugte Mittel zur Kundenbindung. Mithilfe der regelmäßig ermittelten Daten kann eine noch effizientere Kundenansprache zum optimalen Zeitpunkt erfolgen. Bis dato haben sich in dieses Terrain lediglich die großen Player wie IBM mit ihrer Lösung „Watson“ oder Salesforce mit dem Tool „Einstein“ gewagt. Doch die Zeichen stehen gut, dass die AI schon sehr bald Einzug in das digitale Marketing halten wird.

 
 

2. Push Notifications & Chatbots

 

Die Funktion „Push Notifications“ ist den meisten aus dem Bereich mobiler Apps geläufig. Tatsächlich können die Short Messages eine Konkurrenz zu den klassischen Newsletter sein. Die kurzen Benachrichtigungen bringen es auf den Punkt: Sie informieren beispielsweise über gerade anstehende Rabattaktionen, verweisen auf einen bestimmten Artikel, der gerade heiß begehrt ist oder teilen nur kurz mit, dass sich der Online-Shop gerade im Umbau befindet. Der Vorteil der Push Notifications liegt in ihrer sehr schnellen Reaktion, dem kurzen Inhalt und der Aktualität. Im Gegensatz zum klassischen Newsletter oder einer regelmäßigen E-Mail, müssen keine bestimmten Versandzeitpunkte eingehalten werden. Der Kunde muss keine E-Mail öffnen, um sich zu informieren, sondern sieht die Meldung  – bei Bedarf – sofort auf seinem Display.

 

Natürlich muss diese Art der Verbreitung von Neuigkeiten mit Vorsicht genossen werden. Schnell kann es sein, dass sich wohlgemeinte Notifications in nervige Zeitfresser verwandeln und die App schneller gelöscht ist, als einem lieb ist.

 

Die Chatbots hingegen feiern ein kleines Revival. Bereits seit geraumer Zeit werden diese zur einfachen Kommunikation mit Kunden meist auf Webseiten eingesetzt. Der Einsatz von Chatbots im E-Mail-Marketing erscheint auf den ersten Blick etwas befremdlich. Es ist jedoch durchaus vorstellbar, dass sich ein Dialog mit einem Kunden aus einem Newsletter heraus entwickelt, in den anschließend ein Chatbot einsteigen könnte.

 

Fazit

 

Sowohl Push Notifications als auch der Einsatz von Chatbots im E-Mail-Marketing sind Erweiterungen, die den Endkunden einen weiteren Service bieten können. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Notifications über kurz oder lang die klassischen Newsletter oder E-Mails ablösen werden – sie können jedoch als Zusatzfunktion durchaus einen Nutzen haben. Auch der Einsatz von Chatbots kann den Dialog mit dem Kunden noch intensiver fördern, sofern er geschickt im E-Mail-Marketing platziert wird.

 
 

3. Interactive E-Mails

 

Während einige Unternehmen noch mit einer korrekten Darstellung ihrer E-Mails oder Newsletter kämpfen, träumen andere schon von interaktiven E-Mails mit kleinen, integrierten Spielen, Warenkörben und Slideshows.

 

Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Kunde erhält mit den E-Mails nicht nur Informationen geliefert, sondern kann diese sofort auf die eine oder andere Weise verwerten, beispielsweise ein Produkt gleich in den Warenkorb legen und möglicherweise bestellen. Damit spart sich der Endkunde nicht nur Zeit, auch das Unternehmen bzw. das Marketing profitiert von den Interaktionen des Kunden, da diese wertvolle Daten liefern.

Mit dem Einsatz von Tabs in einer E-Mail kann der Kunde zudem selbst entscheiden, wie viel Inhalt er sehen möchte. Damit decken Sie sowohl diejenigen Kunden ab, die sich explizit auf wenige Details in einer E-Mail konzentrieren, als auch die, die sich mehr Zeit für das Durchlesen nehmen. Eine weitere Möglichkeit: Kundenumfragen eignen sich bestens als interaktive Funktion in einer E-Mail. Statt einer Weiterleitung auf eine Landing Page oder auf eine Webseite, kann der Leser sofort seine Meinung kundtun und verliert dadurch nicht das Interesse daran.

 

Fazit

 

Die Gestaltung von interaktiven E-Mails würde den Wert dieser erheblich aufwerten. Sie würden sowohl dem Kunden als auch dem Absender einen Zusatznutzen schaffen. Bei der Nutzung dieser Funktion ist allerdings ein bisschen Kreativität gefragt. Schnell ist der Zauber des Neuen bei den Zielgruppen verflogen, sodass eine kontinuierliche Weiterentwicklung der interaktiven Teilbereiche gewährleistet sein muss.

Zudem liegen die Limitierungen teilweise auf der technischen Seite. Einige E-Mail-Clients erzeugen Formatierungsfehler  oder können interaktive E-Mails gar nicht darstellen. Hier muss sich noch einiges tun, auch wenn schon einige Unternehmen – trotz der Einschränkungen – erfolgreich interaktive E-Mails versenden und tolle Resonanzen von ihren Kunden erhalten.

 
 

4. Content Change

 

Bei diesem Entwicklungstrend handelt es sich weniger um eine technische Veränderung. Der Umschwung von standardisiertem zu personalisiertem Content ist bereits seit geraumer Zeit ein großes Thema im E-Mail-Marketing. Hinzu kommen nun die vermehrte Anpassung des Contents an mobile Geräte und eine zwanglose Ansprache der Leser.

 

Durch die zunehmende Verwendung von Smartphones und Apps der E-Mail-Provider, nimmt die Toleranz der Zielgruppen gegenüber langatmigem und schwer verständlichem Content immer weiter ab. Kurz und bündig sollen E-Mails und Newsletter über die jeweiligen Themen berichten. Die optimale Länge von E-Mail-Content wird auf 50 – 150 Wörter geschätzt. Dies stellt die Absender vor große Hürden, da es meist nicht einfach ist, viele Informationen in so wenig Worte zu verpacken. Es wäre daher zu überlegen, ob man die Informationen möglicherweise über mehrere Kanäle oder häufigere Versandzeitpunkte steuern kann.

 

Auch die etwas zwanglosere Textgestaltung wird bei den Zielgruppen – zumindest im B2C-Bereich – immer beliebter. Der vermehrte Einsatz von Social Media im Marketing hat teilweise zu diesem Umdenken beigetragen, vor allem bei der jüngeren Generation. Doch auch hier sollten sich Unternehmen nicht zu sehr aufs Glatteis begeben: Der Content einer E-Mail sollte immer auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt sein. Eine saloppe Ausdrucksweise im B2B-Bereich kann schnell zu einem unseriösen Image führen.

 

Fazit

 

Betrachtet man den Content Change alleine schon aus der Brille „Personalisierung“ heraus, ist ein Umdenken unbedingt notwendig. Nur wer seine Kunden auch auf persönlicher Ebene „abholt“, kann auf eine langfristige Kundenbeziehung hoffen. Da kann es schon helfen, wenn man aus einem etwas hochgestochenen „Sehr geehrter Herr xy“ ein freundliches „Guten Tag Herr xy“ macht (oder „Guten Abend“ – bei optimiertem Versandzeitpunkt).

Auch die Kürzung des Contents für den mobilen Bereich ist ein Trend, der sich weiter durchsetzen wird. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, dass auch die verkürzten Texte die relevanten Inhalte verständliche wiedergeben.

 
 

5. Dynamic Elements

 

Dynamische Elemente oder auch animierte Inhalte sind hoch im Kurs. Einige Social Media Kanäle wie Instagram oder auch Facebook setzen immer stärker auf den Video-Content. Es heißt nicht umsonst, dass Bilder mehr als Worte sagen. Dieser Trend findet nun auch Einzug in das E-Mail-Marketing. Wie auch bei den interaktiven E-Mails, ist hier die technische Einbettung eine der großen Hürden, die es zu meistern gilt. Doch der Aufwand wird sich lohnen.

 

Zu den dynamischen Elementen, die in E-Mails eingebaut werden können, zählen allerdings nicht nur Videos – wobei ein süßes Katzenvideo sicher den ein oder anderen Kunden erfreuen wird. Werbemails beispielsweise können einen dynamischen Countdown für besondere Aktionen integrieren. Newsfeeds von sozialen Medien oder aktuelle Stellenanzeigen von Karrierebörsen können in ihre E-Mails ebenfalls eingebettet werden und werden ihren Kunden einen echten Wow-Effekt bieten.

 

Fazit

 

Der Einsatz von dynamischen Elementen in den E-Mails kann Ihr Unternehmen von der Konkurrenz abheben und bietet den Kunden neben Informations- auch Unterhaltungsangebot. Psychologische Tricks wie z. B. ein tickender Countdown können zu schnelleren Kaufentscheidungen führen, wohingegen themenbezogene Videos zu einer längeren Verweildauer einladen. Die Bandbreite an Möglichkeiten, seine E-Mails interessanter und für den Kunden spannender zu gestalten, ist groß.

 

Auch wenn die technischen Hürden groß erscheinen, lohnt es sich diese in Angriff zu nehmen. Der Trend hin zu mehr dynamischer und interaktiver Gestaltung der E-Mails wird immer weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es daher, jetzt schon die Weichen für diese Entwicklung zu stellen.

 

Die Spuren der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung und datengetriebenen Analyse gehen auch am E-Mail-Marketing nicht vorbei. So standen auch bei der diesjährigen dmexco (digital marketing exposition & conference 2017) die Zeichen ganz im Sinne der künstlichen Intelligenz. Aber nicht nur im  Bereich der Analyse wird es im E-Mail-Marketing viel Bewegung geben. Die Trends gehen immer mehr zu einem interaktiven Kontakt mit den Zielgruppen, der Optimierung von E-Mails auf mobilen Endgeräten und dem vermehrten Einsatz von Videos und animierten Bildern. Der Schwerpunkt bei den Entwicklungen liegt somit deutlich mehr auf technologischer, als auf inhaltlicher Seite.