E-Mail Werbung: Warum viele Mails einfach ignoriert werden

E-Mail Werbung

E-Mail Werbung bzw. E-Mail Marketing ist eine der ältesten Online Marketing Bereiche – und bis heute eine der effektivsten. Trotzdem verlaufen mehr als 1/3 aller E-Mail Kampagnen im Sande: E-Mails werden kommentarlos gelöscht und im schlimmsten Fall wird das Abonnement sogar gekündigt. Woran liegt das plötzlich auftretende, fehlende Interesse der Kunden? Wir gehen den Ursachen auf den Grund.  

 

Steht die E-Mail vor dem Aus? 

Vor dieser Frage stehen viele verzweifelte Marketer und Unternehmer, deren E-Mail Kampagnen einfach nicht funktionieren möchten. Die Conversions sind meist miserabel, die Klickraten so gering wie noch nie. Laufen andere Technologien wie Push Notifications und Chat-Bots den E-Mails den Rang ab? Zugegeben, um eine Push-Nachricht zu lesen, muss nicht erst die Mail App geöffnet werden und der Chat-Bot ist ebenfalls immer zur Stelle, wenn man mal eben schnell eine Frage loswerden möchte. Außerdem: Wer blickt bei der Masse an E-Mails noch durch, die er Tag für Tag über mehrere Mail-Accounts erhält?   

Nein, die E-Mail hat es nicht mehr leicht. Umso wichtiger ist es, die Schwächen im eigenen E-Mail Marketing zu erkennen und dagegen anzugehen. Verschicken Sie nicht ziellos E-Mails, nur um Conversions zu generieren. Verleihen Sie Ihren E-Mails Bedeutung und nutzen Sie die Informationen, die Sie von Ihren Kunden haben.  

Doch schauen wir uns vorerst an, woran es bei der eigenen E-Mail Marketing Strategie mangeln kann:  

 

Der Betreff der E-Mail enthält das Wort „Newsletter“ 

Ein Wort soll zwischen Erfolg und Nicht-Erfolg einer E-Mail entscheiden?! Glauben Sie es ruhig. Umfragen zufolge werden verhältnismäßig weniger E-Mails geöffnet, wenn sie das Wort Newsletter im Betreff beinhalten. Dieses Phänomen basiert auf Erfahrungswerten: Früher waren Newsletter lange, textreiche E-Mails, die einem Artikel in einer Fachzeitschrift ähnelten. Für manche Interessierte waren Sie durchaus spannend, für den Rest eher langatmige Lektüre für ganz langweilige Tage. Selbst heute noch, wo Newsletter zum Teil wirklich spannend gestaltet sind und relativ knapp gehalten werden, assoziieren viele Leser mit dem Wort noch den wortreichen und langweiligen Inhalt von früher.  

Treten Sie nicht in die Falle, die auf Erfahrungen beruht. Zum Teil kann es sehr lange dauern, bis sich Menschen von ihren alten Erfahrungswerten trennen und sich neue Meinungen bilden. Sowohl Ihren Lesern als auch Ihnen, sollte es egal sein, ob es sich um Newsletter bei Ihrer E-Mail handelt. Wichtig ist nur der Inhalt der Mail – und der sollte es in sich haben. 

 

Keine oder mangelnde Zielgruppendefinition 

Seien Sie gewarnt: Beide Varianten wirken sich höchst negativ auf E-Mail Kampagnen aus. Ohne Zielgruppendefinition können Sie das Geld, dass Sie in Kampagnen investieren auch gleich zum nächstbesten Fenster rauswerfen. Kenntnis über seine eigenen Zielgruppen zu haben, ist das A und O im Marketing. Wer nicht weiß, wen er überhaupt wie ansprechen möchte, wird nie die richtige Ansprache für die unterschiedlichen Typen von Kunden finden. Im Idealfall werden Sie mit Ihren E-Mails den ein oder anderen Kunden erreichen, aber der Großteil Ihrer möglichen Kunden wird die E-Mail gar nicht erst öffnen.  

Warum ist das so? Individuale Ansprache ist im E-Mail Marketing ein wichtiger Bestandteil. In keinem anderen Bereich im Online Marketing können Sie Ihre Kunden so individuell ansprechen. Es ist wie ein persönlicher Austausch zwischen Ihnen als Absender und dem Kunden als Empfänger – man trifft sich auf Augenhöhe. Warum also sollte Sie diese Verbindung dafür nutzen, jeden Ihrer 1.000 Kunden auf dieselbe Art und Weise anzusprechen?  

Kleiner Tipp: Erwähnen Sie in Ihren E-Mails ruhig den Namen des entsprechenden Empfängers (falls Ihnen dieser bekannt ist) – das schafft noch mehr Vertrauen.  

Nicht ganz so kontrovers – aber immer noch nicht ideal – ist das Thema mangelnde Zielgruppendefinition. Mängel bei der Definition können auftreten, wenn Sie Ihre Zielgruppen nur einmal festlegen und danach nie wieder hinterfragen und aktualisieren oder Ihren Unternehmensfokus verändern und Ihre „alten“ Zielgruppen mitziehen. In jedem Fall kann es durchaus sein, dass Ihre E-Mails nicht mehr den Interessen und Wünschen Ihrer Kunden entsprechen.  

 

E-Mails haben keine Relevanz für den Empfänger 

Hier bewegen wir uns auf einem schwierigen Terrain. Ob Ihre E-Mail für Ihre Kunden tatsächlich relevant ist oder nicht, kann von mehreren Faktoren abhängig sein – nicht zuletzt von der individuellen Laune der einzelnen Person. Dieser Faktor liegt natürlich außerhalb Ihres Wirkungskreises. Es gibt allerdings einige Faktoren, die Sie durchaus steuern können, um Ihren E-Mails die notwendige Relevanz zu verleihen:  

  • Verweise auf Aktionen, an denen der Empfänger mitgewirkt hat (z. B. Teilnahme an einem Webinar oder einem Gewinnspiel bei einer früheren E-Mail, etc.) 
  • Danksagungen für getätigte Bestellungen und zusätzliche Rabattgutscheine für den nächsten Einkauf 
  • Hinweise auf ablaufende Fristen (z. B. für Gewinnspiele, Rabattgutscheine, Aktionen) 
  • Produktvorschläge auf Basis der bisherigen Käufe des Empfängers, etc.

Sie haben es sicherlich schon erkannt: Relevanz in E-Mails schaffen Sie durch Personalisierung. Je persönlicher die E-Mail verfasst ist und dem bisherigen Verlauf des Kunden entspricht, desto interessanter wird die Mail für ihn auch werden. Diese Verbindung schaffen Sie leider nicht nur durch die Erwähnung des Kundennamens im E-Mail Text. Nein. Sie müssen Ihre Kunden mit noch mehr Informationen, die Sie über sie haben, an Bord holen. 

 

E-Mails enthalten Wörter, aber keinen Inhalt 

In diese Falle tappen leider sehr viele Marketer. Sie verfassen tolle E-Mail Kampagnen und ebenso aufregenden und farbenfrohen Content für die zu versendenden E-Mails – und bieten mit der E-Mail keinerlei Mehrwert für den Kunden. Es wird häufig behauptet, dass viele Bilder in E-Mails besonders gern gesehen werden. Täuschen Sie sich nicht! Auch wenn das ein weit verbreitetes Argument ist, Klickraten und Umfragen ergeben ein anderes Bild: E-Mails mit sehr wenig Text, dafür aber großen und grellen Bildern werden von den Lesern nicht mit Freudensprüngen geöffnet.  

Generell sollte aus jeder E-Mail ersichtlich sein, warum es für den Empfänger vorteilhaft ist, wenn er sie liest und vielleicht sogar noch den Call-to-Action Button betätigt. Zeigen Sie also nicht nur, dass es auf Ihr Produkt XY einen Rabatt von 20 % gibt, sondern erklären Sie, warum das Produkt XY für den Empfänger nützlich ist und locken Sie ihn dann erst mit dem Rabattangebot. Auf diese Weise vermitteln Sie nicht nur Wörter, sondern auch einen echten Mehrwert für den Kunden: Er weiß jetzt, warum Sie ihm dieses Angebot zugesandt haben – weil er genau dieses Produkt auch braucht! Zumindest nachdem Sie es ihm in Ihrer E-Mail erklärt haben… 

 

E-Mail Werbung erlebt frischen Wind 

E-Mails sollen vor dem Aus stehen? Das denken wir nicht! Ganz im Gegenteil. Wir müssen nur unsere Scheuklappen abnehmen und erkennen, wie viele Möglichkeiten wir haben, unsere Kunden per E-Mail zu erreichen. Vielleicht müssen wir das ein oder andere Mal auch mutig sein und ganz neue Wege ausprobieren um erfolgreich zu sein. Behalten Sie einfach immer im Hinterkopf: Lieber Klasse statt Masse.