Content Curation im Online-Marketing

Content Curation im Online-Marketing

Eine beliebte Strategie im Content Marketing ist das umfangreiche Kuratieren und Aufbereiten von Inhalten zu einem bestimmten Thema, die sogenannte Content Curation. Bereits im Netz existierender Content wird zusammengetragen und den eigenen Kunden neu präsentiert. Was Content Curation genau beinhaltet und wie Sie relevante Themen aufspüren können, die Sie ausbauen möchten, zeigen wir Ihnen hier.

 

Was ist Content Curation im Online-Marketing?

Das Wort kuratieren kommt ursprünglich aus der Kunstwissenschaft und meint dort die Betreuung einer Ausstellung zu einem bestimmten Thema. Die Online-Marketing-Szene hat diesen Begriff vor einigen Jahren aufgegriffen und beschreibt damit die ausführliche Behandlung eines Themas auf den Online-Kanälen eines Unternehmens. Dafür werden fremde Inhalte, die den eigenen Themenbereich betreffen, im Netz aufgespürt, neu aufbereitet und auf den eigenen Seiten veröffentlicht. Das hat allerdings nichts mit dem Klauen oder Kopieren von Inhalten zu tun. Vielmehr geht es darum, genau die Informationen, die speziell für Ihre Kunden relevant sind, herauszufiltern, zu bewerten und mit eigenen Informationen zu ergänzen, sodass ein neues Gesamtpaket entsteht. Diese neuen Inhalte sollten Ihre Zielgruppe ansprechen und genau die Informationen beinhalten, die sich diese von Ihnen wünscht.

 

Was bringt mir Content Curation?

Content Curation kann Ihnen bei drei großen Aspekten im Marketing behilflich sein: der Suchmaschinenoptimierung, der Kundenbindung und der Markenbildung. Suchmaschinen lieben ausführliche Inhalte, die jeden Aspekt eines Themas behandeln und dem User einen echten Mehrwert bieten. Diese Beiträge landen nicht nur von vornherein weiter vorn im Suchmaschinenranking. Nutzer werden aufgrund vieler nützlicher Informationen auch länger auf Ihrer Seite verweilen und so wiederum positive Signale an Google zurücksenden. Relevante, externe Links in einem Beitrag tragen außerdem zur eigenen Sichtbarkeit bei.

 

Um möglichst viel Vertrauen in Ihr Unternehmen aufzubauen, ist es wichtig, dass Sie sich als absoluter Experte auf Ihrem Gebiet positionieren. Mit jedem neuen Beitrag, der auf Ihrer Website oder auf Ihren Social Media Kanälen erscheint, beweisen Sie Ihre Kompetenz in dem entsprechenden Themenfeld. Damit schärfen Sie Ihr Profil in der Öffentlichkeit und erschaffen sich so ein Image, dass Ihre Marke stärkt. Es ist daher umso wichtiger, dass Sie diese Inhalte sorgfältig auswählen und genauestens planen, welche der Informationen für Ihre Zielgruppe passend sind und außerdem mit Ihrem Unternehmensbild übereinstimmen.

 

Manchmal mangelt es Ihnen vielleicht einfach an Ideen für neuen Content. Oder ein Thema, über das Sie gerne schreiben würden, wurde bereits ausgiebig von jemand anderem behandelt. Dann stellt Content Curation eine gute Alternative zu eigenem Content dar.

 

Inhalte im Netz teilen

In eigenen Beiträgen auf fremde Inhalte zu verweisen, galt im Online-Bereich lange Zeit als eine nicht sinnvolle Unterstützung der Konkurrenz. Erst mit dem Aufkommen des Social Sharing in den sozialen Netzwerken, wie Retweets bei Twitter, nahm die Beliebtheit auch außerhalb von Social Media zu. Die Kunst besteht darin, genau zu wissen, wo Sie relevanten Content finden und ihn so zu präsentieren, wie es der eigene Kundestamm gewohnt ist. Auch die eigenen Inhalte mit externen Quellen zu stützen, beispielsweise durch den Verweis auf passende Studien, ist eine Form der Content Curation.

 

Richtiges Verweisen

Unkommentiert auf der eigenen Seite eine fremde Website zu verlinken, ist hingegen nicht sonderlich sinnvoll. Sehen Sie den Link als einen Hinweis an Ihren Leser, dass er dort weiterführende Informationen findet, die den Rahmen Ihres Beitrages sprengen würden. Dabei sollten Sie beachten, dass Suchmaschinen gute Ankertexte, die darauf hinweisen, was sich hinter dem Link befindet, deutlich besser bewerten, als ein simples “Weitere Informationen finden Sie hier.”

 

Welche Inhalte eignen sich für Content Curation?

Sie können jegliche Inhalte zu einem bestimmten Thema sammeln, kommentieren und gefiltert an Ihre Zielgruppe weitergeben. Wenn Sie dabei Fingerspitzengefühl beweisen und es schaffen, interessierten Nutzern einen Mehrwert zu bieten, bauen Sie sich dadurch einen Expertenstatus auf. Bei neuen Entwicklungen auf Ihrem Themengebiet wird man vielleicht schon bald auf Ihre Reaktion warten oder gezielt nach Ihrer Meinung fragen.

 

Eine andere Möglichkeit ist es, die chronologische Entwicklung eines Sachverhaltes vom Zeitpunkt seiner Entstehung festzuhalten und ihn ausführlich zu erklären. Dafür können Sie je nach Bedarf auf unterschiedliche Quellen zurückgreifen, um ein möglichst umfassendes Bild für Ihre Leser zu bilden.

 

Auch das Zusammentragen von Inhalten mehrerer Quellen zu einem einzigen holistischen Artikel ist eine Form der Content Curation. Dabei können Sie entweder jede Information, die Sie zu einem bestimmten Thema finden, einfließen lassen und eine Art Zusammenfassung daraus machen oder Sie nutzen gezielt Beiträge, die Ihren Standpunkt unterstützen. Auch die Aufarbeitung eines Themas aus einer ganz neuen Perspektive ist möglich.

 

Wenn Sie wissen, dass Ihre Zielgruppe an einem Thema besonders interessiert ist, bietet es sich außerdem an, Experteninterviews durchzuführen und dadurch neue Leser oder Kunden zu generieren. Diese Möglichkeit eignet sich besonders gut für Nischenthemen, in denen Sie sich nicht selbst als Experte aufstellen möchten. Finden Sie einen Meinungsführer, der Ihre Inhalte sinnvoll unterstützt und Ihrer Community wirklichen Mehrwert bietet, ohne Ihnen die Kundschaft streitig zu machen.

 

Hilfe bei der Themenfindung

Inzwischen gibt es zahlreiche Tools auf dem Markt, die sich auf Content Curation spezialisiert haben. Idealerweise haben Sie Ihre Zielgruppe bereits definiert und wissen, welche Inhalte funktionieren. Content Curation Tools lassen Sie dann eine Vorauswahl zu Ihrem Themengebiet treffen und bündeln relevante Beiträge und Informationen für Sie zu diesem Thema. Daraus können Sie passende Quellen auswählen, auf Richtigkeit überprüfen und entsprechend aufbereiten. Vor der Veröffentlichung empfiehlt es sich, Ihren Kunden durch eigene Ergänzungen und Kommentare deutlich zu machen, warum Sie sich entschieden haben, gerade diesen Content zu teilen. Kein Nutzer wird erfreut sein, scheinbar wahllos zusammengestellte und bereits veröffentlichte Inhalte aufgewärmt zu bekommen.

 

Der Nutzen von Content Curation

Content Curation, also der Verweis auf externe Inhalte, bietet nicht nur einen positiven Nutzen für den Urheber, wie früher angenommen. Durch sinnvolle und thematisch passende Verweise zu anderen Seiten steigt auch Ihre eigene Reichweite und damit die Aufmerksamkeit, die Sie erhalten. Dazu stellen Sie Ihren Nutzern gute Inhalte zur Verfügung, die Sie, ohne andere Quellen heranzuziehen, eventuell nicht veröffentlicht hätten. Bestenfalls liest ein User bei Ihnen zum ersten Mal über ein bestimmtes Thema und behält Sie im Hinterkopf, wenn er zukünftig Informationen sucht.

 

Im Gegenzug wird Sie der Verfasser des Textes vielleicht auch einmal erwähnen, wenn Sie einen besonders guten Artikel veröffentlicht haben. Sollten Sie feststellen, dass über ein Thema, das Ihre Nutzer interessiert, bereits ein umfassender und erklärender Beitrag geschrieben wurde, ist es eventuell sinnvoller, an passenden Stellen auf den Autor zu verweisen, als das Rad völlig neu erfinden zu wollen.

 

Wie machen Sie Content Curation richtig?

Es gibt einige Dinge, die Sie tunlichst vermeiden sollten, wenn Sie mit Content Curation arbeiten. Dazu gehört zuallererst das Nicht-Nennen der Quellen und Urheber. Fremde Inhalte ohne Hinweis auf den Verfasser zu veröffentlichen, ist nicht nur rechtlich gesehen ein Problem. Es lässt Sie auch gegenüber potenzieller Kunden in einem sehr schlechten Licht dastehen. Ein weiteres No-Go ist das Reproduzieren von Inhalten, ohne weiteren Mehrwert zu schaffen. Einen Text unverändert wiederzugeben, ist nicht Sinn der Sache. Es geht um Ihre Sicht der Dinge, um Ihre Meinung zum Thema. Bestenfalls bekommt ein Leser durch Sie einen ganz neuen Denkanstoß zu einem bestimmten Aspekt, auf den er ohne Sie nie gekommen wäre.

 

Auch Kritik an der Sichtweise anderer gehört zur Content Curation und bietet oft einen Mehrwert. Achten Sie nur darauf, nicht immer auf die selben Seiten zu verweisen und mischen Sie Ihre Quellen. Gute Artikel zu loben, ist übrigens keinesfalls hinderlich. Sie dürfen Content Curation nicht als Werbung verstehen, mit der Sie die Leads eines anderen Unternehmens steigern. Vielmehr bewerten Sie Beiträge zu Ihrem Themenfeld und beweisen dadurch Fachkenntnis und Kompetenz. Dreht sich Ihre Website ausschließlich um Ihre Produkte und Ihre Marke, hat sich auch der treueste Kunde bald satt gelesen.

 

Fazit

Richtig angewendet können Sie mit der Content Curation Strategie nicht nur Ihre eigene Seite pushen und Ihre Marke stärken. Sie können durch die generierte Aufmerksamkeit auch neue Kunden auf sich aufmerksam machen. Das Kommentieren und Teilen fremder Inhalte ist eine gute Möglichkeit für Unternehmen, sich ins Gespräch zu bringen und mit Ihrer Kundschaft in Kontakt zu treten. Vergessen Sie aber trotzdem nicht Ihre eigenen Inhalte. Ihre Website braucht ebenso einzigartigen Content, der von Ihnen erstellt wurde und den Ihre Kunden auf keiner anderen Seite im Netz finden. Besonders für Branchen, in denen kaum Unique Content produziert werden kann, oder um eventuelle Lücken im Redaktionsplan zu schließen, eignet sich Content Curation jedoch ganz hervorragend.