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Mythen und Aberglaube sind tief in den Kulturen der Menschen verwurzelt. Sie werden von Generation zu Generation weitererzählt und nicht allzu selten mit gruseligen Details ergänzt. Doch nicht nur bei Lagerfeuern begegnen uns Mythen – selbst in der Arbeitswelt gibt es angeblich feste Grundsätze, die Jedermann für richtig hält und die nicht angezweifelt werden.

Vor allem im Online Marketing Bereich haben sich einige felsenfeste Behauptungen etabliert. Doch: Was ist tatsächlich wahr und was hat sich mit den Jahren bereits überholt oder war von Anfang an eine Täuschung? 

Es war einmal eine gute Idee…

Während es für die Mythen unseres Alltags meist keinen Beweis für deren Wahrheitsgehalt gibt, können wir für die Behauptungen im Online Marketing zumindest ansatzweise feststellen, was wirklich Erfolg verspricht und was nicht.

Doch wie entsteht überhaupt ein Mythos? Am Anfang steht immer eine Idee oder eine Person im Mittelpunkt. Beiden ist gemein, dass sie über einen legendären Status verfügen. Eine Person erreicht etwas Undenkbares und wird bereits zu Lebzeiten zum Mythos. Andere erschaffen eine Idee, die die Welt revolutioniert und diese Idee wird zur uneingeschränkten Handlungsrichtlinie gekürt. Hört sich im ersten Moment alles richtig an.

Doch das Problem mit schillernden Persönlichkeiten oder umwerfenden Ideen ist: Sie werden schon sehr bald von noch interessanteren Menschen oder Geistesblitzen abgelöst. Unsere Technik – und damit auch der Online Bereich – entwickeln sich immer weiter, sodass bisher geglaubte ideale Vorgehensweisen rasant in die Versenkung geraten. Wer mit den Veränderungen nicht Schritt hält, muss sehr viel Aufwand und Zeit investieren, um weiterhin zu überleben.

Mythen haben leider eine sehr starke Präsenz in den Köpfen der Menschen. Unsere Mythen im Online Marketing haben meist sogar einen prägnanten Slogan, der sich lange in den Köpfen hält. Umso wichtiger ist es, dass wir nun aufräumen. Was ist noch aktuell und was ist komplett falsch? Hier sind die 7 Top-Mythen:

1. Content ist King!

Unser erster Mythos hält sich hartnäckig in der Welt des Online Marketing. Die Geburtsstunde des „Content ist King“-Slogans begann mit der Umstellung des Google Algorithmus für das Ranking von Suchanfragen. Bislang war Content stark keyword-optimiert verfasst worden – ein teilweise unschön zu lesender Kauderwelsch. Google erkannte das Problem und legte fest: Keywords soll es weiterhin geben, aber nachhaltiger und gut strukturierter Content wird mit guten Platzierungen im Ranking belohnt.

Der Aufschrei im Online Marketing war groß, denn nicht jeder Webseitenbetreiber hatte gute und begabte Texter zur Hand. Doch trotz allen Sträubens: Die Richtlinie „Content ist King“ war in die Online Welt eingezogen und wird seither von den meisten Online Marketern strikt verfolgt.

Doch ist das wirklich immer noch die Wahrheit? Google selbst entwickelt und schraubt kontinuierlich an seinem Ranking-Algorithmus. Erst vor wenigen Monaten erschien ein neuer Slogan auf der Bildfläche: „Awesomeness is King!“. Begeisterung soll den Content verdrängt haben? Nicht ganz. Guter Content ist immer noch gefragt, aber ein guter Content, der schlecht verpackt ist, kommt auch bei den treuesten Kunden nicht immer optimal an.

Daher soll der Content jetzt auch begeistern, indem er auf einer ansprechenden Webseite präsentiert wird und der Leser vielleicht sogar mit anderen Lesern zum Thema interagieren kann. Das große Ziel: Alles was zu einem signifikanten Kundenerlebnis beiträgt, wird von Google belohnt.

Ist „Content ist King“ also ein Mythos, der falsch ist? Ja, denn Content allein ist kein Garant mehr für ein gutes Google-Ranking.

2. Aggressives E-Mailing ist schlecht

Gemäß dem Motto „Ein steter Tropfen höhlt den Stein“ kommt es vor, dass im E-Mail Marketing Kampagnen entstehen, die von genervten Empfängern als E-Mail-Terror bezeichnet werden. Was steckt dahinter? Das aggressive E-Mailing wird häufig von führenden Onlinehändlern eingesetzt, wenn ein großes Ereignis bevorsteht, zum Beispiel ein Schlussverkauf oder der „Black Friday“.

Auch vor großen saisonalen Festen wie Ostern oder Weihnachten machen Unternehmen vermehrt auf sich und ihre Produkte aufmerksam. Manchmal artet das leider auch aus. Wenn beispielsweise eine Angebots-E-Mail ca. drei Mal pro Tag ein- und denselben Empfänger erreicht, ist Ärger vorprogrammiert.

Doch aggressives E-Mailing muss nicht immer schlecht sein: Vor dem Weihnachtsfest beispielsweise kann es geschickt eingesetzt werden. Vor allem Männer sind dafür bekannt, Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker zu bestellen. Eine stete Erinnerung an die besonderen Angebote eines Unternehmens können am Ende den Ausschlag geben und zu einem verzweifelten Spontankauf führen.

Dieser Mythos ist falsch. Gekonnt eingesetzt, kann das aggressive E-Mailing zu einer Geheimwaffe werden!

3.  Social Media ist im B2B-Bereich nicht erfolgreich

Lange Zeit galten die sozialen Medien als eine Domäne, auf der sich Privatpersonen bewegen. Unternehmen erkannten hier schnell den Nutzen, ihre Produkte im B2C-Bereich an potentielle Kunden zu bringen. Hier wurden auch die großen Erfolgsgeschichten aufgebaut, inklusive einer großen Fangemeinde und immer ausgefallenerer Postings.

Die B2B-Welt verschwimmt jedoch immer mehr mit dem B2C. Interessante Produktpostings und Angebote via Facebook und Instagram werden auch bei B2B-Unternehmen und ihren Partnern immer populärer. Warum auch nicht? Viele Geschäftsführer, Einkäufer und andere wichtige Mitarbeiter von Unternehmen tummeln sich auf den sozialen Medien und sind damit potentielle Interessenten für Produkte und Dienstleistungen anderer Unternehmen.

Zudem zählen Empfehlungen zu den beliebtesten Verkaufsargumenten im B2B-Bereich. Und wo ließe sich eine Empfehlung schneller und effektiver platzieren als in sozialen Medien? Viele große Firmen haben bereits erkannt, dass ihr Auftritt auf Social Media Plattformen eine optimale Visitenkarte darstellt – und das nicht nur für B2C-Kunden.

Der Mythos, dass Social Media für B2B-Unternehmen nicht erfolgreich ist, ist somit falsch.

4. Beliebte Keywords sind pures Gold

Wir alle kennen sie: Heiß begehrte Keywords, die im Auktionsgerangel bei Google AdWords schneller vergriffen sind als die warmen Brötchen sonntagmorgens beim Bäcker. Ja, es gab Zeiten, da waren Keywords wie „billiger Strom“ oder „günstige Bohrmaschine“ noch die beliebtesten Suchanfragen bei Google. Jedes Unternehmen, dass das Glück hatte diese Keywords zu ergattern, konnte von einem tollen Umsatz träumen.

Die Zeiten haben sich allerdings geändert. Oder besser gesagt: Das Suchverhalten der User hat sich geändert. Statt einfacher Keywords werden inzwischen immer häufiger ganze Sätze in der Suchmaschine verwendet. Die Kunden von morgen möchten nicht mehr durch Unmengen an Angeboten durchgehen oder sogar feststellen, dass ihnen Seiten angezeigt werden, die mit ihrer Suchintention nichts am Hut haben.

Was also tun? Es werden konkrete Suchanfragen platziert. Aus „billiger Strom“ wird inzwischen „billiger Strom für Einfamilienhaus im Umkreis Berlin“. Es lohnt sich für Unternehmen also durchaus, über den Tellerrand hinaus zu sehen und statt nach beliebter Keywords lieber nach individuellen Keywords Ausschau zu halten.

Beliebte Keywords haben immer noch ihren Wert, aber wer kundenorientiert denkt und sich auch Keywords außerhalb der Norm aussucht, wird wahrscheinlich erfolgreicher sein. Der Mythos ist also falsch.

5. SEO ist verstaubt

Gebetsmühlenartig wird das SEO (Search Engine Optimization) im Monatszyklus als veraltete Technik diffamiert. Kein Wunder, wo doch Google & Konsorten ihren Algorithmus ständig ändern und bestehende SEO-Techniken veraltet sind, bevor sie sich überhaupt etablieren konnten.

Bei den ganzen Beschwerden vergessen viele Marketer allerdings, dass das SEO von diesen Veränderungen lebt. Würde es nie Optimierungen am Such-Algorithmus geben, hätten es kleine Unternehmen und Startups ganz schön schwer, überhaupt in das Ranking zu kommen.

Durch die wandelbare Welt der SEO werden Unternehmen immer wieder in die Pflicht genommen, ihre Inhalte und ihre Außendarstellung auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. SEO ist also ein Booster für viele Optimierungen, die im Online Marketing passieren. Außerdem trägt SEO zu einer höheren Reichweite und Bekanntheit von Unternehmen bei. Und das hört sich doch wohl alles andere als verstaubt an?!

Der Mythos von SEO als verstaubter und unwichtiger Bereich im Online Marketing ist definitiv falsch.

6. Influencer tragen zu mehr Umsatz bei

Influencer sind noch nicht lange auf der Bühne des Online Marketing präsent. Das Erfolgsrezept von bekannten Persönlichkeiten, die an der Vermarktung von bestimmten Produkten beteiligt sind, gibt es schon länger (man denke an die vielen Produktplatzierungen in Kinofilmen). Im Online Marketing ist diese Idee in den letzten Monaten allerdings zu einer erfolgsversprechenden Marketingstrategie geworden.

Vor allem junge Kunden lassen sich noch gerne von den Vorzügen einiger Produkte überzeugen, wenn sie von bekannten Schauspielern oder Sängern präsentiert oder sogar selbst verwendet werden. Bis auf ein paar moralisch nicht vertretbare Ausfälle bei den bekannten Influencern, scheint das Rezept also tatsächlich zu funktionieren.

Unternehmen können außerdem noch von einer ganz anderen Gruppe an Influencern profitieren: den eigenen Mitarbeitern. Vor allem im Recruiting-Bereich sind die Meinungen und Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter Gold wert.

Influencer erhöhen also den Umsatz von Unternehmen? Wenn Sie die richtigen wählen, dann kann das durchaus zutreffen. Der Mythos ist wahr.

7.  Online Marketing kann auch in Kooperation mit anderen Unternehmen erfolgreich sein

Viele denken, dass Online Marketing eine Disziplin ist, die man für sein Unternehmen ganz allein stemmen muss. Schließlich will man sich gegenüber der Konkurrenz behaupten. Eigene Ideen weitergeben und mit anderen teilen? Da ergreifen Geschäftsführer und Marketingmanager schnell die Flucht. Dabei kann eine solche Offenheit und Kooperationsfreude mehr Gewinn als Verlust bringen.

Das beste und traditionellste Beispiel für eine Partnerschaft im Online Marketing ist das Affilliate Marketing, das ohne ein anderes Unternehmen beispielsweise gar nicht funktionieren würde. Aber in letzter Zeit entstehen auch ganz neue „Bündnisse“: Unternehmen, die ein bestimmtes Sportereignis unterstützten, werben miteinander – statt gegeneinander; Startups profitieren von der offenen Unterstützung von gestandenen Unternehmen der Branche; etc.

Gemeinsame Ziele und Ideen verbinden nicht nur – sie schreiben eigene Erfolgsgeschichten. Dieser Mythos ist wahr.

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